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Doping im Marathon – Rita Jeptoo positiv auf EPO getestet

Rita Jeptoo

Rita Jeptoo

Nachdem Rita Jeptoo, aktuelle Siegerin des Boston Marathons und Chicago Marathons, bei einer Trainingskontrolle im September positiv auf EPO getestet wurde, steht die kenianische Marathonszene unter Druck. Werden die herausragenden Leistungen im Langstreckenlauf nun unter einem anderen Licht gesehen?

Eins ist sicher: Die langjährige Argumentation bei positiven Dopingtests, dass es sich dabei ja nur um zweitklassige Läufer handele, kann der kenianische Verband nun nicht mehr aufrechterhalten. Mit Rita Jeptoo wurde die kenianische Spitzenläuferin der letzten Jahre überführt.

Jeptoo gewann 2013 und 2014 jeweils zweimal die renommierten Marathons in Boston und Chicago und stand bereits als Gewinnerin der World Marathon Majors (WMM) fest, was ihr eine Prämie von 500,000 Dollar eingebracht hätte. Wäre da nicht die positive Dopingprobe dazwischen gekommen.

Die kenianischen Sportfunktionäre David Okeye und Jackson Tuwei teilten mit, dass die A-Probe von Rita Jeptoo Spuren von Blutdoping enthalten hat. Gegen den Rat ihres Managers Federico Rosa hat Jeptoo nun die Öffnung der B-Probe beantragt.

Sollte diese das Ergebnis bestätigen wird die 33-jährige aller Voraussicht nach für 2 Jahre gesperrt, was wohl dem Ende ihrer Karriere gleichkommen würde.

„Wenn Kenia etwas daran liegt den Vertrauensverlust in den Sport, der unweigerlich mit dem positiven Doping Test von Rita Jeptoo einhergeht, einzudämmen, dann sollte unverzüglich dafür gesorgt werden, dass sich das kenianische Leichtathletiksystem unter internationale Kontrolle stellt,“ schreibt der bekannte südafrikanische Sportwissenschaftler Ross Tucker.

Tucker weiter: „Das bedeutet, dass die Trainer, Sportagenten und das unterstützende Netzwerk von Rita Jeptoo benannt werden und die spezifischen Probleme lückenlos aufgedeckt werden.“

Rita Jeptoo

Rita Jeptoo gewann 2006, 2013 und 2014 den Boston Marathon, 2013 und 2014 den Chicago Marathon. Beim Boston Marathon lief sie in 2:18:57 Stunden Streckenrekord.

Doping Probleme in Kenia

Die vor kurzem erschienene Anti-Doping Task Force Studie bestätigt, dass es weitreichende Unzulänglichkeiten bei der Bekämpfung von Doping in Kenia gibt. Es gibt kaum Kontrollen, Medikamente und leistungssteigernde Mittel sind leicht zugänglich und die meisten Athleten sind unzureichenden über die Doping Problematik aufgeklärt, um einschätzen zu können welche Mittel zulässig sind und welche nicht.

Moni Wekesa, Professor für Sportrecht und Medizin an der Nairobi University kritisiert, dass die kenianischen Sportverbände nichts tun würden um die Doping Probleme in den Griff zu bekommen.

„Es gibt keinerlei Aufklärung zum Thema Doping und viele aufstrebende Läufer haben keine Ahnung welche Mittel sie nehmen dürften und wie diese wirken,“ so Wekesa. Jedoch sei nicht gerechtfertigt nun alle kenianischen Läufer unter Generalverdacht zu stellen.

Des Weiteren gibt Wekese ausländischen Sportagenten eine Mitschuld, da diese, den Sportlern die Doping Präparate verabreichen würden. Ross Tucker dagegen meint, Ausländer zu beschuldigen sei  „utterly and totally useless“ und  „irrelevant as a defence against doping.“

Eins ist sicher: Es ist höchste Zeit, dass die kenianischen Sportfunktionäre und der Verband das Problem angehen. Erste zarte Schritte in diese Richtung kommen bereits. Nach der Doping Affäre Rita Jeptoo, gestand Sportminister Hassan Wario Arero ein, dass Kenia ein Doping Problem hat und stellte Pläne zur Gründung einer Anti-Doping Agentur zum Ende dieses Jahres in Aussicht.

Quellen:

http://www.voanews.com/content/kenyas-athletic-reputation-put-at-risk-by-doping-scandal/2514432.html

http://www.businessinsider.com/afp-athletics-kenya-under-fire-amid-jeptoo-doping-scandal-2014-11

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Veröffentlich am: November 21, 2014