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Power Balance

Powerbalance

Im Bild: Armband der Marke Pro Body Balance

Warum Power Balance tatsächlich wirkt

Power Balance ist das neueste Trendaccessoire in vielen Sportarten unter anderem im Laufsport. Eine Reihe prominenter Sportler schwört auf das neopren Armband mit dem hologram Aufkleber. Die Powerarmbänder sollen zu besserer Konzentration, Leistungsfähigkeit und größerer Ausdauer führen und den Sportler in Kontakt mit seiner natürlichen Energie bringen.

Zur Vermarktung setzte die Firma Power Balance auf  Testimonials. Als Testimonials treten bekannte Sportler auf, die dafür bezahlt werden in ihrem Namen, dafür zu werben, dass das Power Armband bei ihnen funktioniert hat. Außerdem behauptete Power Balance, dass ihr Produkt wissenschaftlich geprüft sei. Tatsächlich gibt es aber keine wissenschaftliche Studie, die dies beweisen konnte. Bei den Studien, die behaupten, die Armbänder würde den Gleichgewichtssinn verbessern, wurde im nachhinein festgestellt, dass der Versuchsleiter Hilfestellung geleistet hatte, weswegen die Probanden ihr Gleichgewicht besser halten konnten.

Was steckt also dahinter? Oder anders gefragt: Warum wirkt Power Balance tatsächlich?

Menschen im Allgemeinen und Sportler im Besonderen waren schon immer sehr abergläubisch. Während etwa afrikanische Topläufer versuchen sich mit den Geistern ihrer Vorfahren gut zu stellen, ist in unserer Kultur der Glückspfenning ein Symbol, das den Läufer an sich glauben lässt und in vielen Sportschuhen zu schnelleren Füssen führt.

Mit dem Power Armband ist es dabei wie mit dem berühmten Placebo: Es wirkt ohne eine Wirkung zu haben. Allein dadurch, dass der Sportler glaubt mit Hilfe von Power Balance seine Leistung zu verbessern, strengt er sich auch mehr an und verbessert sich dann auch tatsächlich. Diese Verbesserung wird aber nicht der eigenen stärkeren Anstrengung zugeschrieben sondern der Wirkung des Power Armbandes. In der Psychologie nennt man so etwas einen fundamentalen Attributionsfehler.

Ein weiterer Erklärungsansatz ist das Konzept der Selbstwirksamkeit, welches Eingang in die Sportpsychologie, Managementstrategien und den neueren Forschungszweig der positiven Psychologie gefunden hat.  Selbstwirksamkeit bedeutet, dass Sportler die an ihre eigenen Fähigkeiten glauben, größere Ausdauer und Anstrengung zur Erreichung eines Zieles einsetzen und dieses dann letztendlich auch erreichen. Diesen Glauben an die eigenen Fähigkeiten kann Power Balance stärken. Mit der positiven Erfahrung (Selbstwirksamkeit) geht der Sportler zuversichtlich an zukünftige Herausforderung heran und lässt sich nicht so leicht durch Rückschläge verunsichern. Je häufiger er so seine Ziele erreicht, desto positiver und entschlossener geht er auch zukünftige Herausforderungen an.

Jedoch wirkt Selbstwirksamkeit nur unter bestimmten Bedingungen:

  1. die Ziele müssen konkret, realistisch und machbar sein.
  2. der Sportler muss wissen, wie er die Ziele erreichen kann

 

Fazit: Power Balance wirkt aufgrund von psychologischen Mechanismen für die Sportler, die daran glauben. Genauso gut würde aber ein Glückspfennig für denjenigen wirken der daran glaubt. Da hinter der Vermarktung von Power Balance wirtschaftliche Interessen stecken und den Konsumenten suggeriert wird, dass Power Balance eine „Kraft“ hätte, ist der Verkauf dieser Bänder durchaus kritisch zu sehen.

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Veröffentlich am: Januar 25, 2012