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Joggen – Gift für die Gelenke?

Läufer beim Marathon. Belastung für die Gelenke?

Läufer beim Marathon. Belastung für die Gelenke?

Joggen hat erwiesener Masen einen positiven Einfluss auf die Gesundheit, z.B. bei Herz-Kreislauferkrankungen. Laufen ist jedoch auch mit relativ hohen und vor allem repetitiven mechanischen Belastungen der Gelenke verbunden. Daher stellt sich die Frage: Welche Auswirkungen haben körperliche Aktivität (Joggen) und die damit verbundenen mechanischen Belastungen auf die Gelenkgesundheit?

Verschleiß und Abnutzungen an den Gelenken werden in der medizinischen Fachsprache Arthrose genannt. Risikofaktoren eines Gelenkverschleißes sind eine Fehlstellungen der Gelenke, Vorverletzung und Traumata, Alter, Übergewicht, genetische Faktoren, das weibliche Geschlecht und Belastungen in Alltag, Arbeit und Sport.

Wie wird die Belastung durch Sport gemessen?

Die Belastung des Knorpels bei mechanischer Belastung kann mit dem sogenannten COMP (Cartilage Oligomeric Matrix Protein) Wert ermittelt werden, der bei Belastung ansteigt und beispielsweise nach einem Marathonlauf stark erhöht ist.

Wann kommt es zu Gelenkverletzungen beim Joggen?

Laufen führt zu Veränderungen der Knorpelkomposition und seiner mechanischen Eigenschaften, aber nicht zwingend zu Schädigungen. Richtige Dosierung kräftigt die Gelenke. Entscheidend ist die Gelenke langsam aufzubauen und nicht zu überlasten, da das Gewebe Zeit zur Anpassung benötigt und am besten über moderate mechanische Reize aufgebaut wird.

Damit ist Laufen nicht die optimale Aktivität zur Gewichtsreduktion bei starkem Übergewicht. Besser ist es zunächst über andere Aktivitäten (Walking, Nordic Walking, Schwimmen, Radfahren) Gewicht zu verlieren, bevor mit dem Laufen begonnen wird. Menschen, die mit dem Laufsport beginnen wollen, sollten ihre Gelenkstrukturen, Gelenkfunktionen, ihre Muskelkraft und ihre neuromuskuläre Funktion vorher evaluieren lassen.

Höhere Laufgeschwindigkeit ist schädlicher als lange Distanzen, weil bei schnellem Laufen größere Belastungen beim Abdrücken vom Boden auftreten. Anders als oft vermutet entsteht die höchste Belastung nicht in der Phase des Auftretens des Fußes auf den Boden, sondern in der mittleren Stützphase, wenn der Fuß beginnt sich vom Boden abzurollen.

Joggen bei mittlerer Geschwindigkeit und über nicht sehr lange Distanzen (kein Marathon), erhöht die Anfälligkeit für Gelenkverletzungen nicht, wie Studien mit ehemaligen Sportlern aus dem Freizeit- und Leistungssport zeigten. Die biomechanischen Belastungen, die durch moderates Laufen auftreten, stellen also kein gesundheitliches Problem dar.

Laufen kann zwar zu Veränderungen des Knorpels führen, aber nach jetziger Erkenntnis nicht zu Arthrose.

 

Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung 152. Jahrgang 16.02.2012 Nr.7 S.74

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Veröffentlich am: März 4, 2012